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„Metasprech“, wtf?

Metasprech, ausgesprochen [ˈmeːtaʃprɛç], englisch Metaspeak, ist ein Kunstwort nach dem Orwell’schen Newspeak, oder Neusprech im Deutschen. Dieser monströse Begriff ist gleichzeitig ein Autodeskriptiv, das heißt er bezeichnet sich selbst.

Darunter fällt der präzise Tractatus Logico-Philosophicus Wittgensteins, genauso wie die eher mysteriösen Texte der Poststrukturalisten. Aber auch Texte von Denkern wie Douglas R. Hofstaedter oder Josef Mitterer lassen sich damit beschreiben.

Letztendlich versucht der Begriff etwas (beinahe?) unmögliches auszudrücken: sich ein Stockwerk hinaufzubegeben und von einem erhöhtem Blickwinkel aus über die Sprache zu reden. Allzu oft müssen wir feststellen, wenn wir versuchen, Hierarchien hinaufzuwandern, dass wir wieder ganz unten angelangt sind. Wir versuchen, die Rolle eines objektiven Beobachters einzunehmen – und verstricken uns immer weiter in unseren persönlichen Bezug zur Sache. Wir versuchen, mithilfe der Sprache, innerhalb von Sprache, über Sprache zu denken und fühlen uns ähnlich wie der Besucher in Eschers Galerie.

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Allerdings sollte man das Wort Metasprech immer etwas ironisch lesen. Es ist nicht abwertend wie etwa Neusprech, Doppelsprech oder Nullsprech, mehr eine Erinnerung daran, sich der Zirkularitäten bewusst zu sein, die uns genau dann anspringen, wenn wir versuchen, eine Metaebene hinaufzusteigen. Seltsame Schleifen sind nicht böse, im Gegensatz zu den starren, toten Hierarchien sind sie lebendig, aber sie können uns irritieren und erkennen lassen, dass wir manchmal mit Worten nicht mehr weiterkommen.

Wie z. B in diesem altklugen, ersten Blogpost.